Historie

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Neubeginn in Wiesbaden

Nach dem Krieg suchte die Bank ein neues zu Hause.

Die Wahl fiel auf Wiesbaden, eine Stadt, die trotz des Krieges kaum beschädigt war und geographisch in der Mitte des westlichen Deutschlands lag. Die in Berlin befindlichen Geschäftsunterlagen wurden nach Wiesbaden transportiert und Freising aufgelöst. In Westberlin und den westlichen Besatzungszonen wurde die Vermögenskontrolle aufgehoben.

Die hessische Bankenaufsichtsbehörde genehmigte erst unter dem 28. September 1949, dass die Hauptniederlassung Berlin mit Wirkung ab 20. Februar 1945 als verlagert anerkannt wurde und als Sitz für die Geschäftsleitung der Bank Wiesbaden gelte. Damit war auch die Zulassung zum Neugeschäft in den Westgebieten erteilt. In der in Deutsche Mark aufzustellenden vorläufigen Umstellungsrechnung per 21. Juni 1948 schrumpfte die Bilanzsumme auf 44,5 Mio DM.

Der Wiesbadener Magistrat hatte im Sommer 1947 der Bank ein erstes Gebäude zur Verfügung gestellt, dem 1952 ein weiteres folgte. 1954 wurde ein Neubau im vorderen Kurviertel Wiesbadens, und zwar in der Paulinenstraße, begonnen. Bereits ein Jahr später konnte die Hauptverwaltung der Bank bezogen werden.

 

Die Bank ändert ihren Namen

Anfang 1950 wurde das Neugeschäft wieder aufgenommen. 1954 ging die Beteiligung des früheren preußischen Staates auf den Bund über. Die Bank wurde als bundesunmittelbare Körperschaft des öffentlichen Rechts der Aufsicht des Bundes unterstellt. Damit war auch formal die schon im Juli 1951 von den zuständigen Landesregierungen vorgenommene Namensänderung in "Deutsche Pfandbriefanstalt" legitimiert.

Nach ihrer Satzung gewährte die Bank Darlehen für Wohnungen, die nach Größe, Ausstattung und Miete für die breiten Schichten der Bevölkerung bestimmt und geeignet waren. Die Erzielung von Gewinn war nicht Hauptzweck des Geschäftsbetriebes. Diesen Status behielt die Bank auch bei, als ihre seit Mai 1934 geltende Eigenschaft eines Organs der staatlichen Wohnungspolitik im Jahr 1976 wegfiel; die Bank wurde steuerpflichtig.

1954 überschritt die Bilanzsumme der Bank die erste Milliarde; 1979 waren es über 25 Milliarden DM und 1983 erstmals über 50 Milliarden DM. Seit 1993 liegt die Bilanzsumme über 100 Milliarden DM.

Während im Aktivbereich die traditionelle Wohnungsbaufinanzierung eine gleichmäßige Expansion verzeichnete, ging ab Mitte der 70er Jahre ein kräftiger Wachstumsschub vom Kommunalkreditgeschäft aus. Da der Staat erhebliche Mittel für Folgeeinrichtungen des Wohnungsbaus, den Städtebau und Infrastrukturmaßnahmen benötigte, lag es nahe, dass sich die Deutsche Pfandbriefanstalt als staatliches Spezialinstitut für langfristige Finanzierungen auch an der Kreditfinanzierung der öffentlichen Haushalte beteiligte. Nach Wegfall der Steuerfreiheit durften ab 1976 auch gewerbliche Immobilienkredite ausgereicht werden. Die Refinanzierungsseite entwickelte sich analog: Die Bank wurde zu einem der größten Emittenten von Pfandbriefen in Deutschland.

Anfang 1979 übernahm die Deutsche Pfandbriefanstalt eine Mehrheitsbeteiligung an der Deutschen Bau- und Bodenbank AG in Frankfurt, eine wichtige Weichenstellung für die spätere Entwicklung der Unternehmensgruppe.


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